Halo 4
Die Angst vor der Veränderung

Unbekannte 343 Industries
Auf Frank O'Connors Schultern lasten die Erwartungen der eingeschworenen Fangemeinde und die Skepsis einiger Zweifler. Es ist das erste Halo, das nicht vom Kult-Entwickler Bungie entwickelt wird sondern von 343 Industries, dem Studio, das sich voll und ganz auf das Franchise rund um den Master Chief konzentriert. Informationen zum heiß erwarteten Spiel sind rar gesät, umso erfreulicher, dass die GDC endlich neue Infos zutage führen konnte. Es gibt viel Grund zur Freude, aber auch die Andeutungen von großen Veränderungen, die manche Spieler vor den Kopf stoßen könnten.

Never change a winning team …
Der vierte Teil der Shooter-Reihe dürfte genau den Hoffnungen der meisten Fans entsprechen: Punktgenaue Steuerung, perfekt ausbalancierte Waffen, viele verschiedene taktische Möglichkeiten, schnelles, teils chaotisches aber immer unterhaltsames Shooter-Gamplay, meterhohe Sprünge und fanatisches Granaten-Werfen – das alles wird auch Halo 4 liefern.
Der Entwickler behält die liebgewonnenen Charakterzüge der Serie bei und schraubt stattdessen an anderer Stelle. Größte Baustelle ist natürlich die Story. Welcher Spieler stand 2007 nicht mit offenem Mund vor seinem TV, als er das Finale von Halo 3 und damit das vermeintliche Ende des Master Chiefs miterlebte? Viel ist nicht bekannt über die nachfolgenden Ereignisse. Laut 343 Industries werden Spieler im neuen Teil vieles über den sonst eher geheimnisumwitterten Protagonisten erfahren und einige „völlig neue Dinge“ zu Gesicht bekommen. Passend zu dieser Beschreibung landen der Master Chief und seine Gefährtin die KI Cortana auf einem gänzlich neuen Planeten und werden es auch mit einem neuen Gegnertypen zu tun bekommen, der eine der größten Veränderungen seit dem Anbeginn der Serie darstellen soll. Dies dürfte den Gameplay-Auswirkungen nach Einführung der Flood-Spezies ähnlich sein – auch hier mussten sich Spieler auf neue Angriffsmuster und Taktiken einstellen.
Mit 720p als nativer Auflösung (bei Halo 3 musste die Auflösung erst künstliche auf HD hochgeschraubt werden) und einer komplett neuen Engine dürfte uns das bisher schönste Halo aller Zeiten erwarten.

… just a little bit
Bei aller Liebe und Huldigung zur originalen Trilogie, völlig ohne Veränderung möchte der Entwickler den Master Chief nicht in ein neues Zeitalter führen. Und das betrifft den Multiplayer gleich mehrere Male. So soll die Story eine inhaltliche Erklärung des Multiplayer-Modus liefern. Damit möchten 343 Industries die starre Abgrenzung der beiden Modi Kampagne und Multiplayer auflockern. Ebenfalls neu ist die Einführung der Spartan IVs. Diese Spartans sind größer, schneller und stärker als die Modelle aus den Vorgänger-Spielen und bekriegen sich im Multiplayer. Um sie werden aktuell hitzige Diskussionen zum Spiel geführt. In Halo Reach war es bis zu gewissen Grenzen möglich, sein Spartan mit Teilen wie Brustpanzern etc. individuell zu gestalten. Auswirkungen waren rein äußerlicher Natur, alle Spieler waren gleich schnell und gleich stark, ob nun mit oder ohne den optionalen Rüstungsgegenstand XY. Dies könnte sich mit Halo 4 ändern. Die neuen Spartan IVs sollen ebenfalls angepasst werden, hier gehen die Veränderungen aber „weiter“ als nur die äußere Erscheinung. 343 Industries drückten sich sehr vage aus, so zogen viele Spieler ihre eigenen Schlüsse. Schnell vielen die Wörter „Perks“ und freischaltbare Waffen. Diese sind von den meisten Ego-Shootern nicht mehr wegzudenken. In Call of Duty wird das Gewehr X erst ab Level Y freigeschaltet und um schneller nachladen zu können, wird die Fähigkeit Z (auch „Perk“ genannt) benötigt. Solche Systeme sind mittlerweile Standard im Genre, sie motivieren Spieler längerfristig und belohnen sie für viele im Multiplayer verbrachte Stunden. Für Halo würde dies eine Premiere und eine sehr tiefgreifende Veränderung bedeuten. Schnell versuchten die Entwickler klarzustellen, dass „Perks“ kein Bestandteil des Spieles seien und dass es im Laufe des Jahres mehr Informationen zu den Individualisierungen im Multiplayer geben wird.
Nicht zu weit aus dem Fenster lehnen wir uns wohl mit der Voraussage, dass Halo verstärkt auf den hauseigenen Statistik-Dienst Bungie.net setzen wird, jedoch (wahrscheinlich) unter anderem Namen, inklusive Apps für Smartphones und Tablets.






